Sehenswürdigkeiten an der Nordküste von Sri Lanka

Die Nordküste von Sri Lanka erwacht nach dem langen Bürgerkrieg zu neuem Leben und immer mehr Touristen entdecken die verschlafenen Fischerdörfer und meist unberührten Strände. Musste man zu Zeiten des Bürgerkrieges mit militärischen Kontrollen in den sogenannten „High Security Zones“ rechnen, so kann man sich heute nahezu frei bewegen.

Die Bevölkerung im Norden besteht fast nur aus hinduistischen Tamilen. Die Singhalesen flüchteten während der Wirren des Krieges in andere Regionen der Insel oder ins Ausland, um Gewaltakten zu entgehen.

Durch die Nähe zum indischen Festland kann man deutlich religiöse und kulturelle Einflüsse erkennen. Typisch für Südindien ist der sogenannte Gopuram, eine Art Torturm, der die Vorhut zum Tempelheiligtum im Inneren darstellt.

Touristische Infrastruktur noch in den Kinderschuhen

Der Ausbau der Infrastruktur, speziell auch für Touristen, ist derzeit im Aufbau. Die Regierung von Sri Lanka hofft natürlich auf neue Touristenströme, die auch den Norden des Landes entdecken, und treibt den Bau von Hotelanlagen und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr an. Die Hauptstadt der Nordprovinz Jaffna verfügt beispielsweise nicht einmal über einen Bahnhof, da dieser im Krieg zerstört wurde. Dieses Jahr soll er fertiggestellt werden. Damit wird ein wichtiger Schritt zur Erschließung der Region getan. Derzeit beträgt die Anreise von der Hauptstadt Colombo mit Bahn und Bus mehr als ca. 12-18 Stunden. Auf den zum Teil nur schlecht ausgebauten Straßen kann das mitunter zu einem Höllentrip werden.

Die Unterkünfte für Urlauber reichen von einfachen Bungalows bis zu komfortablen Guesthouses, große Hotelanlagen findet man kaum. Wer auf der Suche nach einem aufregenden Nachtleben ist, wird an der Nordküste wohl kaum auf seine Kosten kommen. Dafür locken kleine Restaurants und Bars mit landestypischer Küche, der beste Ort um Sri Lanka und seine Einwohner von seiner ursprünglichen Seite kennenzulernen.

Ein weiterer Pluspunkt ist das beständige Klima, das an der Nordküste durch die Nähe zum Festland Indiens herrscht. Fast das ganze Jahr über gibt es konstante Temperaturen um die 30°C und der Niederschlag ist sehr gering. Die konstante Hitze prägt die Landschaft des Nordens, die im Gegensatz zum üppigen Hochland im Inneren der Insel, wüstenähnliche Landschaften geschaffen hat.

Hauptattraktion der Nordküste von Sri Lanka ist die Stadt Jaffna, die eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel und verfügt über einen Fischereihafen.

Viele Inseln laden zum Kennenlernen ein

Rund um Jaffna befinden sich kleine Inseln, die per Fähre oder Boot besucht werden können. Auf einer dieser Inseln liegt der schönste Strand des Nordens, Casuarina Beach. Da hier das Meer recht seicht ist, kann man gefahrlos schwimmen. Auf der Insel Delft trifft man auf Wildpferde und auf Nainativu soll Buddha vor 2.500 Jahren als erstes die Insel im Indischen Ozean betreten haben. Sowohl Hindus als auch Buddhisten pilgern hier zu den religiösen Stätten, um ihre Götter zu verehren.

Zurück zu Jaffna und seinen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt war einst erst in der Hand der Kolonialmacht Portugal, dann kamen die Niederländer und nicht zuletzt war sie Hochburg der LTTE-Rebellen und schwer umkämpftes Gebiet im Bürgerkrieg.  Heute erinnern zahlreiche Ruinen an den langwierigen Konflikt zwischen Tamilen und Singhalesen.

Die Kolinialmächte hinterließen ebenfalls ihre Spuren, wobei die Portugiesen meist zerstörten und die Niederländer wiederaufbauten. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt zählt der Hindu-Tempel Nallur-Kandaswamy, der im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Er wurde von den Portugiesen zerstört und von den Holländern im Jahre 1749 erneuert. Sowohl an der Westseite als auch an der Südseite verfügt der Tempel über beeindruckende Gopurams. Eine Besonderheit dieser relgiösen Stätte ist, dass Männer das Innere nur mit nacktem Oberkörper betreten dürfen. Das Fort Jaffna aus der Zeit der Portugiesen kann man leider nur von außen besichtigen, es ist im Besitz des Militärs und nicht öffentlich zugängig.

Ein abwechslungsreicher und interessanter Ausflug ist der Besuch des Basars der Stadt, der eigentlich ebenfalls immer auf der Top gesetzten Liste an Sehenswürdigkeiten steht. Von allen Seiten werden die Sinne durch farbenfrohe Kleidung und Gerüchen von exotischen Gewürzen angeregt.

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Das Fazit: Nach dem Bürgerkrieg erwacht die Nordküste aus ihrem Dornröschenschlaf

Die Nordküste von Sri Lanka ist noch ein Geheimtipp und vorwiegend Ziel von Individualtouristen und Backpacker-Urlaub. Bleibt zu hoffen, dass die Strände noch lange so naturbelassen und die kleinen Fischerorte kleine Fischerorte bleiben. Eine Vielzahl an alten und bedeutenen Sehenswürdigkeiten wird man hier jedoch nicht vorfinden.

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