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Reisebericht: Zugfahrt von Kandy nach Ella

Kandy wird neben Colombo als die einzig richtige Stadt Sri Lankas gehandelt. Mit seinen mittlerweile mehr als 120.000 Einwohnern hat die Stadt einiges zu bieten und wer Interesse an Geschichte und Kultur hegt, wird hier auf seine Kosten kommen. Auch wir verbrachten in Kandy im Rahmen unseres Rucksackurlaubs ein paar Tage, in denen wir uns Sri Dalada Maligawa – den Tempel des Heiligen Zahns – anschauten. Auch dem Nationalmuseum und dem Britischen Garnisonsfriedhof (sehr empfehlenswert ist hier eine Führung mit dem Friedhofswärter!) statteten wir einen Besuch ab. Am dritten und letzten Tag ging es dann vor die Tore von Kandy – wir fuhren zum Elefantenwaisenhaus von Pinnewala. Ein wirklich tolles Erlebnis, die Elefanten hautnah zu erleben!

Da wir Sri Lanka seit jeher mit Natur, Teeplantagen soweit das Auge reicht und Einöde verbanden, entschlossen wir nach unserer Stippvisite in Kandy, der Stadt den Rücken zu kehren und mit dem Zug nach Ella ins Hochland von Sri Lanka zu fahren. Die Zugfahrt von Kandy nach Ella wurde in unseren Reiseführern als eines der absoluten Highlights auf einer Reise durch Sri Lanka beschrieben und so waren wir mehr als gespannt, was uns nun, nachdem wir früh aufgestanden und per Tuk Tuk zum Bahnhof von Kandy gedüst waren, erwartete.

Blick aus dem Zug-Fenster auf dem Weg nach Ella
Blick aus dem Zug-Fenster auf dem Weg nach Ella

Nachdem der Fahrkartenschalter endlich geöffnet hatte, baten wir – wie im Reiseführer empfohlen – um 2 Tickets für die erste Klasse. Diese waren allerdings bereits vollständig ausgebucht; wie wir erfuhren, hätten wir die Tickets bereits einige Tage vorher reservieren und bezahlen müssen. Nun gut, also gab es Tickets für die zweite Klasse, allerdings verbunden mit dem Risiko, keine feste Platzreservierung zu haben und im Notfall mehrere Stunden von Kandy nach Ella stehen zu müssen.

Der Zug fuhr ein und ein Rennen um die Sitzplätze ging los. Wir, bewaffnet mit schweren Backpacker-Rucksäcken, ergatterten glücklicherweise einen Sitzplatz. Doch die Freude über die Sitzplätze währte nicht lange. Bereits nach etwa einer halben Stunde hielt der Zug in Peradeniya und – das hatte man in unseren Reiseführern wohl leider vergessen – wir mussten nochmals umsteigen. Auf dem Bahnsteig warteten bereits viele weitere Reisende und das Spiel um einen Sitzplatz begann in verschärfter Form, als auch dieser Zug endlich einfuhr.

Frauentoilette im Bahnhof von Ella
Frauentoilette im Bahnhof von Ella

Wir fanden uns wieder in Gesellschaft einer sri lankischen Familie und einem zufrieden dreinschauenden Mönch. Die Familie mit den schreienden Kindern rückte etwas zusammen und so fanden wir mehr oder weniger bequem Platz im Zugabteil.

Zunächst war die Landschaft eher unspektakulär, doch je mehr Kilometer wir zurücklegten, desto grüner wurde es, desto mehr kilometerlange Teeplantagen breiteten sich vor dem Zugfenster aus – ein toller Anblick! Am Wegesrand sah man sri lankische Familien, die zu uns hochschauten, Teepflücker, die ihrer Arbeit nachgingen. Uns so schraubte sich der Zug ganz gemächlich, mit einer nahezu ansteckenden Langsamkeit zu dem im Hochland von Sri Lanka gelegenen Ella vor.

Frau im Zug auf dem Weg nach Ella
Frau im Zug auf dem Weg nach Ella

Doch unsere Reise kam zunächst zu einem Stopp. An einer der Haltestellen kam eine Durchsage und nach und nach stiegen alle Reisenden aus. Wir versuchten mit Händen und Füßen zu erfragen und zu verstehen, was denn da vor sich gefallen sei und bekamen zu verstehen, dass es auf der Strecke zu einem Steinschlag gekommen sei und nun ein Fels auf den Bahngleisen die Weiterfahrt unmöglich machte. Erstaunlich gut organisiert, fuhren nach einiger Wartezeit vier Busse vor und wir legten die abgesperrte Strecke dem Bus zurück. Dass dies mehr als eng war und wir dicht gedrängt, auf Stehplätzen und schweißgebadet darauf hofften, die Weiterfahrt endlich mit dem Zug weiter zurücklegen zu dürfen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Der Wunsch erfüllte sich nach leider erst nach einer gefühlten Ewigkeit, die in Realität wohl etwa 30 bis 40 Minuten entsprach.

Wieder im Zug angekommen, wussten wir unsere Plätze umso mehr zu schätzen. Der Ausblick auf die Teefelder entschädigte für die Strapazen und wir kamen müde, aber zufrieden im wunderschönen Ella an.

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