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Reisebericht: Die Bewohner Sri Lankas und die Bedeutung der Zeit

Das Reiseziel, das meine Eltern für ihren langersehnten Urlaub wählten, sagte mir nichts. Sri Lanka? Ceylon? Keine Ahnung. Die lange Hinreise sollte einige Überraschungen bereit halten und zwar nicht nur positive. Über diese möchte ich in dem Folgenden Sri Lanka Reisebericht erzählen.

Nachdem das Flugzeug mit neunstündiger Verspätung – eine kleine Lampe im Cockpit hatte ihren Geist aufgegeben- endlich starten konnte, war ich gespannt, wohin die Reise gehen sollte. Meine Mutter konnte sich wohl nicht vorstellen, dass es am Ankunftsort bedeutend wärmer sein könnte als in Zürich, wo wir im tiefsten Winter starteten, und stand mit ihren roten Winterstiefeln und ihrem obligatorischen Strickkoffer etwas verloren in der prallen Sonne, die uns bei der Ankunft entgegenknallte.

An das Hotel kann ich mich nicht erinnern, das spielt aber keine Rolle, weil wir kaum Zeit dort verbrachten. Sri Lanka hat einfach viel zu viel zu bieten, als dass man den Urlaub nur am Pool oder am Strand verbringen sollte.
Der erste Eindruck, den ich von dieser fremden Welt bekam, war etwas chaotisch. Wir wollten die Hauptstadt Colombo kennenlernen und mussten gleich die erste Lektion lernen. Colombo ist eine sehr dreckige und quirrlige Stadt, das Treiben ist bunt und unübersichtlich. Im Gedränge bemerkte meine Mutter, dass ihre Uhr gestohlen wurde. Wir machten das, was wir zuhause auch gemacht hätten, wir gingen zur nächsten Polizeistation. Die Polizisten waren freundlich und geduldig und nahmen alle Daten auf, bestimmt insgeheim wissend, dass diese Anzeige nie zu einem Erfolg führen würde, sprich der Täter nie gefasst. So langsam wurde uns das auch klar, und ab diesem Zeitpunkt verstanden wir, dass auf dieser Insel im Indischen Ozean Zeit eigentlich keine Rolle spielt.

Was mir im Gedächtnis geblieben ist, ist vor allem der Umstand, dass die Menschen auf Sri Lanka überaus freundlich und kontaktfreudig sind. Dies ist aus meiner Sicht etwas sehr angenehmes und daher möchte ich diesen Aspekt in diesem Reisebericht hervorheben. Man wird überall angesprochen und zuvorkommend behandelt, natürlich nicht ohne gewisse Hintergedanken, aber das bringt der Tourismus wohl zwangsläufig mit sich.

Ich weiß nicht wie es gekommen ist, aber eines Tages waren wir auf einmal Gast bei einer einheimischen Familie. Ich vermute, dass mein kontaktfreudiger Vater die Einladung dieser Familie einfach neugierig angenommen hat. Dass die Einwohner gastfreundlich sind bestätigen viele Sri Lanka Reiseberichte und beweist schon alleine die Tatsache, dass die Türen der oft sehr schlichten Häuser für jeden offen stehen. Schloß und Riegel wie bei uns findet man dort nicht. Wir wurden wie selbstverständlich zum Essen eingeladen und während sich meine Eltern mit Hand und Fuß und gebrochenem Englisch mit dem Hausherrn unterhielten, spielten ich und meine Geschwister mit den Kindern – das ging auch sehr gut ohne Worte. Am Ende des Abends wurden wir höflich verabschiedet und bekamen noch eine ausführliche Liste mit Gegenständen mit, die wir nach unserer Ankunft in Europa doch bitte freundlicherweise zuschicken sollten. Dass auch wir uns als „reiche Touristen“ keine Rolex leisten können, stieß auf ein wenig Unverständnis.

Um noch einmal auf das Thema Zeit zurückzukommen. Man sollte, wenn man Urlaub auf Sri Lanka macht, auch eine Portion Geduld mitbringen. Die Zeitangaben sind sehr relativ. Beispielsweise sollte der Weg zu einer Krokodilfarm laut unserem Führer lediglich fünf Minuten dauern. Nach einer Stunde Fußmarsch und wiederholten Verspechen, dass wir gleich da seien, kehrten wir irgendwann erschöpft um. Mit aggressivem Verhalten oder Beschimpfungen kommt man nicht weiter, das gilt als sehr unhöflich und bringt ohnehin nichts.

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Meine Erinnerungen an die Reise nach Sri Lanka mögen mit der Zeit verblasst sein. Ich weiß aber bis heute, dass es ein einmaliger Urlaub war und mich diese fremde Mentalität, die so ganz gegensätzlich zu unserer Kultur ist, bis heute durch die unvergesslichen Eindrücke fasziniert. Durch diesen Reisebericht möchte ich alle Interessierten dazu animieren, Sri Lanka und seine Menschen zu entdecken. Es ist ein bleibendes Erlebnis!

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