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Reisebericht: Unsere Erlebnisse im kulturellen Dreieck

Im Oktober des vorletzten Jahres reisten wir, mit unserer damals 13-jährigen Tochter mit dem Rucksack nach Sri Lanka. Mit diesem Reisebericht möchte ich von unseren Erlebnissen während dieser Reise erzählen:


Da wir bereits am frühen Morgen auf dem Flughafen in Colombo ankamen, beschlossen wir, direkt nach Kandy weiterzufahren. Zuerst mussten wir aber mit dem Flughafenbus zum zentralen Busbahnhof nach Kandy. Dort ereilte uns der erste Schock: hunderte Busse, die alle nur mit singhalesischen Schriftzeichen beschildert waren! Nachdem wir vier verschiedene Leute gefragt hatten, die uns natürlich in vier verschiedene Richtungen schickten, setzten wir uns resigniert auf unsere Rucksäcke und gönnten uns erst mal ein kleines Frühstück an einem der vielen Essensstände rund um den Busbahnhof. Die Essensverkäuferin hatte wohl Mitleid mit uns. Sie rief jemanden herbei, der uns buchstäblich an die Hand nahm und in den richtigen Bus setzte.

Kandy

Das telefonisch vorreservierte Hostel in Kandy entpuppte sich als Garage mit drei Campingbetten, aber die Lage direkt am Berghang entschädigte für einiges. In Kandy wimmelte es von Touristengruppen und Schleppern und nachdem wir das Elefantenwaisenhaus, den Zahntempel und einige andere Heiligtümer besichtigt hatten, machten wir uns nach zwei Tagen mit dem ersten Bus morgens auf den Weg nach Dambulla.

Dambulla

Der kleine Ort wirkt eher ruhig und abgeschieden, größere Touristengruppen verirren sich selten nach Dambulla. Nachdem wir eine wirklich saubere und billige Unterkunft bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zu den berühmten Felsentempeln. Der Aufstieg über blanke Felsen und unzählige Stufen ist beschwerlich und wir hatten Glück, dass es an diesem Tag nicht regnete. In fünf verschiedenen aus Granit gehauenen Höhlen befinden sich über Hundert überdimensionale und lebensgroße Buddhastatuen. Wenn man bedenkt, dass die meisten Statuen und die Wandmalereien bereits aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. stammen, war dies eine architektonische Meisterleistung.
Als wir am nächsten Tag nach Sigiriya weiterreisen wollten, überraschte uns ein heftiger tropischer Regen. Der Reiseleiter eines deutschen Reisebusses auf der anderen Straßenseite lud uns ein, bis zu dem einen Kilometer entfernten Busstopp am Ortsende mitzufahren. Dort angekommen, stand der Bus auch schon da. Meine Tochter und ich zwängten uns in den überfüllten Bus und ich bat den Busfahrer, kurz auf meinen Mann zu warten, der es vorgezogen hatte, zu Fuß zu gehen. Er schüttelte den Kopf und gab Gas. Ich zog meine Tochter wieder aus dem Bus, als mein Mann angerannt kam. Also schubste ich sie wieder rein, sprang hinterher und mein Mann schaffte es gerade noch, sich im strömenden Regen an den fahrenden Bus zu hängen. So fuhren wir ca. 15 Minuten, bis an der nächsten Haltestelle Leute ausstiegen und genügend Platz im Bus für uns alle war.

Sigiriya

In Sigiriya angekommen, zwängten wir uns erst mal aus unseren nassen Sachen und verbrachten den Rest des Tages mit süßem Nichtstun. Am nächsten Morgen strahlte wieder die Sonne, perfekt für einen Aufstieg auf den 185 Meter hohen, weithin sichtbaren Sigiriya-Felsen. Der Anstieg erfordert eine gute Kondition. Erst geht es über Steinstufen, die immer steiler und schmaler werden. Danach kommen abenteuerlich anmutende Wendeltreppen aus Metall, die an den berühmten Wandmalereien, den „Wolkenmädchen“ vorbei führen. Die erste Plattform, die man erreicht, ist die Löwenterrasse, der ehemalige Eingang zum Königspalast, der von riesigen, steinernen Löwenpranken flankiert wird. Wir wagten den gesamten Aufstieg über die Wendeltreppen und erreichten ganz oben eine überhängende Plattform, die einen grandiosen Ausblick auf die Umgebung bot.
Ungefähr die Hälfte des Weges wurden wir von hartnäckigen Führern begleitet, die auch ein zehnfaches „No, thank you“ nicht akzeptieren. Wir haben sie dann einfach nicht mehr beachtet und irgendwann verschwanden sie von alleine.

Polonnaruwa

Nachdem wir noch ein paar ruhige Tage mit Wandern und Entspannen in Sigiriya verbracht hatten, fuhren wir mit dem Bus nach Polonnaruwa. Hier trafen wir ein verrücktes Touristenpärchen aus Frankreich wieder, das wir schon von Kandy kannten. Die beiden hatten sich ein Tuk Tuk in Kandy geliehen und tatsächlich die gesamte Strecke bis nach Polonnaruwa in diesem Tuk Tuk zurückgelegt. Das sind immerhin rund 140 Kilometer auf teilweise sehr schlechten Straßen.
Da am nächsten Morgen die Sonne schien, beschlossen wir, die versunkene Ruinenstadt Polonnaruwa mit dem Fahrrad zu erkunden. In unserer Unterkunft gab es auch noch genau drei Fahrräder. Dann ging es los, entlang der Schnellstraße fuhren wir ca. 3 Kilometer bis zur Ausgrabungsstätte. Neben uns rauschten riesige Lastwagen und Busse mit Höchstgeschwindigkeiten an uns vorbei, ein ungutes Gefühl. Leider verließ uns das Glück dann an diesem Tag endgültig.

Nachdem wir erst einen kleinen Teil der imposanten Ruinen in der weitläufigen Anlage besichtigt hatten, öffnete der Himmel seine Schleusen und bedachte uns mit einem tropischen Regen, wie er im Buche steht. Wir flüchteten uns in das nahe gelegene Kassenhäuschen, in dem der Kassenwart uns Unterschlupf gewährte. Die Einheimischen sagten uns, dass es an diesem Tag wohl nicht mehr aufhören würde zu regnen. Nach einer halben Stunde machten wir uns dann im strömenden Regen auf den Rückweg, denn eine weitere Besichtigung machte so keinen Sinn mehr. Wir konnten unsere Räder nur noch schieben, da man einfach nichts mehr sehen konnte. Unterwegs kamen wir an einem Bushäuschen vorbei. Leider konnten wir uns auch hier nicht unterstellen, da die Ziegen des Ortes hier Unterschlupf gefunden hatten. Die Ziegen lagen tatsächlich auf der überdachten Bank! Im Gasthaus angekommen, schlüpften wir erst mal aus unseren nassen Klamotten und wie durch ein Wunder klarte es plötzlich auf und die Sonne schien, als wäre nichts gewesen. Also starteten wir an diesem Tag den zweiten Versuch, diesmal allerdings mit einem Tuk Tuk. Die Anlage umfasst rund 2.500 Hektar und vermittelt noch heute einen Eindruck von der einstigen Pracht der ehemaligen Königsstadt Polonnaruwa.

Trincomalee

Nach so viel Kultur wollten wir uns ein paar entspannte Strandtage gönnen. Also fuhren wir von Polonnaruwa aus nach Trincomalee an der Ostküste Sri Lankas. Man muss an der Hauptstraße aussteigen und die rund 1,5 Kilometer bis zu den Stränden zu Fuß gehen. Hier gibt es ein paar kleine Bungalows und Strandhütten. Am Nilaveli Beach, einem der schönsten Strände des Landes, ließen wir dann für drei Tage einfach mal die Seele baumeln, bevor es zurück ging nach Colombo.

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Ein Reisebericht-Fazit:

Das kulturelle Dreieck ist definitiv eines der Highlights von Sri Lanka. Gerade für alle die kulturell interessiert sind ist dies quasi ein Mekka und begeistert hier sowohl Jung und Alt.

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